In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie stehen mikrobiologische Gefahren, chemische Rückstände und Fremdkörpereintrag besonders im Fokus. So können z.B. Kunststoffteile während der Herstellung, Verarbeitung oder Verpackung in die Produkte gelangen – etwa durch beschädigte Werkzeuge, Maschinenkomponenten, Dichtungen oder Verpackungsmaterialien. Anders als Metall sind herkömmliche Kunststoffteile mit vorhandenen Metalldetektoren in der Regel nicht auffindbar.
Wachsende Bedeutung für das Qualitätsmanagement
Auf dem offiziellen Portal lebensmittelwarnung.de wurden 2025 allein für Deutschland insgesamt 323 Rückrufinformationen veröffentlicht, davon 291 zu Lebensmitteln. Die steigende Zahl bedeutet nicht zwangsläufig, dass Produkte unsicherer werden. Sie zeigt auch, dass Kontrollen, Nachweismethoden und die öffentliche Rückrufpraxis konsequenter geworden sind. Für Hersteller bleibt das Fremdkörpermanagement dennoch ein wichtiges wirtschaftliches und haftungsrelevantes Thema.



Direkte und indirekte Kosten eines Rückrufs
Die durchschnittlichen Kosten eines größeren Produktrückrufs bei Lebensmitteln belaufen sich laut U.S. Food and Drug Administration auf rund 9,5 Millionen Euro. Die Allianz gab in den 2010er-Jahren noch einen Wert von ca. 8 Millionen Euro an. Zu den direkten Kosten gehören Rücknahme, Transport, Lagerung, Prüfung und Vernichtung betroffener Chargen, Erstattungen, zusätzlicher Personaleinsatz und die externe Kommunikation. Hinzu kommen mögliche Produktionsstopps und Ersatzbeschaffungen.
Langfristig können die indirekten Folgen noch schwerer wiegen: Beschädigtes Markenvertrauen, Umsatzverluste, belastete Beziehungen zu Handelspartnern, zusätzliche Audits, höhere Versicherungs- und Qualitätskosten sowie ein möglicher Verlust von Marktanteilen. Auch Ursachenanalysen und Prozessumstellungen binden erhebliche Ressourcen. Der Warenwert der betroffenen Charge bildet daher oft nur einen kleinen Teil des Gesamtschadens ab.
Mögliche gesundheitliche Folgen
Eine weitere Dimension erreicht das Schadengeschehen, wenn tatsächlich Menschen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden. Bei Lebensmitteln stehen Verletzungen im Mund-, Rachen- oder Verdauungstrakt sowie Erstickungsgefahren im Vordergrund. Häufig ist eine ganze Charge betroffen, die schnellstmöglich aus dem Verkehr zu ziehen ist.
In der Pharmaindustrie gelten noch strengere Anforderungen an Reinheit, Sterilität und Partikelfreiheit. Besonders kritisch sind Fremdpartikel in Injektions- und Infusionslösungen, weil sie unmittelbar in den Blutkreislauf gelangen können.
Aktuelle Fälle bei Lebensmitteln
Im Juli 2025 rief Danone U.S. sämtliche im Markt befindlichen YoCrunch-Joghurtvarianten zurück. In den separat verpackten Toppings waren transparente Kunststoffteile gemeldet worden, teilweise mit scharfen Kanten und einer Länge von 7 bis 25 Millimetern, die eine Erstickungs- oder Verletzungsgefahr darstellten.
Anfang Januar 2026 erfolgte in Deutschland der Rückruf von tiefgekühltem K-Classic-Spinat bei Kaufland: In der betroffenen Charge konnten Plastikfremdkörper nicht ausgeschlossen werden.
Im Juni 2026 rief die Rügenwalder Mühle mehrere Chargen ihres veganen Mühlen Cordon Bleus zurück. In einzelnen Produkten konnten transparente Plastikteilchen enthalten sein. Die betroffene Ware war bundesweit sowie teilweise in Österreich und der Schweiz verkauft worden.
Aktuelle Fälle im Pharmabereich
B. Braun rief im August 2025 zwei Chargen von Infusionslösungen wegen sichtbarer Partikel zurück. Im April 2026 folgte ein weiterer Rückruf von Ringerlösung. Die darin gefundenen Partikel wurden als Cellulose und Stearate mit geringen anorganischen Anteilen identifiziert. Solche Fremdkörper können unter anderem Gefäßverschlüsse, Entzündungen oder Organschäden verursachen. Die Fälle betrafen nicht ausdrücklich Kunststoff, zeigen aber, wie gravierend physische Verunreinigungen im Pharmabereich bewertet werden.
Produktions- und Mitarbeiterschutz über geeignetes Werkzeug
Fremdkörperprävention in sensiblen Branchen ist nur über ein ganzheitliches Konzept zu erreichen, das den gesamten Fertigungsprozess bis zur Auslieferung betrachtet. Ein To Do unter vielen ist die Auswahl und Kontrolle sämtlicher Arbeitsmittel. Sinnvoll sind zum Beispiel verbindlich festgelegte Werkzeuge, ihre dokumentierte Ausgabe und Rücknahme, regelmäßige Sichtprüfungen, eine sichere Aufbewahrung und eine eindeutige Zuordnung. Die firmeneigenen Detektoren und Sensoren müssen zudem auf das jeweilige Produkt, die Liniengeschwindigkeit und die kleinste zuverlässig erkennbare Teilgröße abgestimmt sein.
Wenn es um produktionsnahe Schneidarbeiten geht, ist die Einführung und Nutzung komplett metalldetektierbarer Schneidwerkzeuge empfehlenswert. Entscheidet man sich für den Einsatz von Sicherheitsmessern, kann neben dem Produktionsschutz auch der Arbeitsschutz optimiert werden.
Denn noch immer ereignen sich laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung allein in Deutschland rund 34.200 messerbedingte Schneidunfälle pro Jahr, mit durchschnittlichen Ausfallzeiten von über sieben Tagen. Auch davor können Sicherheitsmesser schützen.
MDP-Schneidwerkzeuge von MARTOR
Die MDP-Sicherheitsmesser des Solinger Marktführers MARTOR bestehen ganz oder teilweise aus hochwertigem, metalldetektierbarem Kunststoff. Die vor allem im Lebensmittelbereich eher unübliche blaue Farbe unterstützt die visuelle Erkennbarkeit. Die Metallgriffe sind rostfrei und unlackiert, die Klingen ebenfalls rostfrei. Verlorene Bestandteile können – abhängig vom Detektor, seiner Kalibrierung und der jeweiligen Produktumgebung – zuverlässig als Fremdkörper entdeckt und aus dem Produktionsprozess herausgefiltert werden, bevor sie mit der Ware das Haus verlassen. Sicherheitstechniken wie der Klingenrückzug oder die verdeckt liegende Klinge reduzieren zugleich Schnittverletzungen und Warenbeschädigungen.
Die MDP-Sicherheitsmesser von MARTOR erfüllen die Anforderungen der Verordnungen EG 1935/2004 und EU 10/2011 und sind für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Nachzulesen in der Konformitätserklärung, die MARTOR auf seiner Website vorhält.
Gravuren auf dem Messergriff, wie MARTOR sie anbietet, verbessern die Nachverfolgbarkeit der Arbeitsmittel. Mit den MDP-Prüfkarten von MARTOR, die Kunststoff-Testkörper von 2,5 bis 8 Millimetern Größe enthalten, lassen sich Detektoren praxisnah kontrollieren und feinjustieren.
Metalldetektierbare Sicherheitsmesser von MARTOR ersetzen kein umfassendes HACCP-, GMP- oder Fremdkörperkonzept. Sie schließen jedoch eine wichtige Lücke, indem sie Kontaminationsschutz, Rückverfolgbarkeit und Arbeitssicherheit in einem kontrollierbaren Arbeitsmittel verbinden.









